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Eisenmangel und Gewicht: Macht Eisenmangel dick oder dünn?

28. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Die Studien, die dieser Artikel auswertet, zeigen nicht, dass ein Eisenmangel selbst dick oder dünn macht. Belegt ist die Gegenrichtung: In einer Auswertung von 26 Studien hatten Menschen mit Übergewicht etwas öfter einen Eisenmangel (Zhao u. a., 2015). Erklärt wird das über eine Entzündung mit erhöhtem Hepcidin, das die Eisenaufnahme bremst (sinngemäß nach Aigner u. a., 2014).

In Europa haben etwa 5 bis 10 Prozent der Menschen einen Eisenmangel (IQWiG, 2023).

Ferritin, das Speichereiweiß für Eisen, steigt bei Entzündungen an und kann einen Mangel verdecken (DGHO, 2025).

Nach einer Operation zur Gewichtsabnahme ist Eisenmangel ein bekanntes Risiko (Steenackers u. a., 2018).

In diesem Artikel

Was ist Eisenmangel, und wie verbreitet ist er?

Bei einem Eisenmangel leeren sich die Eisenspeicher des Körpers, und später kann daraus eine Blutarmut werden (IQWiG, 2023). In Europa betrifft das etwa 5 bis 10 Prozent der Menschen (IQWiG, 2023).

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG, beschreibt den Verlauf eines Eisenmangels in Stadien (IQWiG, 2023):

  • Im ersten Stadium leeren sich die Eisenspeicher, Beschwerden hat man dabei laut IQWiG (2023) in der Regel noch nicht.
  • Im zweiten Stadium sind die Speicher leer, und es können Symptome auftreten.
  • Im dritten Stadium entsteht eine Eisenmangelanämie, also eine Blutarmut durch den Mangel: Das Blut kann nicht mehr genug Sauerstoff in die Zellen und Organe bringen, die dadurch schlechter arbeiten.

Eisenmangel und Blutarmut sind deshalb nicht dasselbe. Eine britische Leitlinie beziffert den Anteil der sonst gesunden Frauen vor den Wechseljahren mit Eisenmangelanämie auf 5 bis 12 Prozent (British Society of Gastroenterology, 2021). Diese Zahl beschreibt die Blutarmut, nicht jeden Eisenmangel.

Ein leichter Eisenmangel bleibt laut IQWiG (2023) in der Regel unbemerkt. Bei einem stärkeren Mangel können unter anderem diese Beschwerden auftreten (IQWiG, 2023):

  • blasse Haut
  • Müdigkeit und ungewohnte Erschöpfung nach Belastung
  • Konzentrationsschwäche und Vergesslichkeit
  • Kopfschmerzen und Unruhe
  • eingerissene Haut am Mundwinkel
  • brüchige Nägel und Haarausfall
  • Kurzatmigkeit
  • Restless-Legs-Syndrom, also unruhige Beine

Die Symptome im Einzelnen ordnet der Beitrag zu den Symptomen eines Eisenmangels ein. Um Frieren als mögliches Zeichen geht es im Artikel über kalte Hände und Füße. Hier steht eine andere Frage im Mittelpunkt: was Eisen und Körpergewicht miteinander zu tun haben.

Eisen und Gewicht in Zahlen

etwa 5–10 %

der Menschen in Europa haben einen Eisenmangel (IQWiG, 2023).

1,31

Chancenverhältnis für einen Eisenmangel bei Übergewicht im Vergleich zu Menschen ohne Übergewicht, also eine etwas erhöhte Chance (Zhao u. a., 2015). Das Chancenverhältnis ist ein statistisches Maß für den Vergleich zweier Gruppen.

18–53 %

Anteil der Operierten mit Eisenmangel nach einem Magenbypass, je nach Studie (Steenackers u. a., 2018). Der Magenbypass ist eine Operation zur Gewichtsabnahme.

Quellen: IQWiG, 2023 · Zhao u. a., 2015 · Steenackers u. a., 2018

Macht Eisenmangel dick oder dünn? Was die Studien zeigen

Keine der Studien, die dieser Artikel auswertet, zeigt, dass ein Eisenmangel selbst dick oder dünn macht. Belegt ist die Gegenrichtung: Übergewicht geht mit Eisenmangel einher (Zhao u. a., 2015).

Hinter der Frage steht eine Vorgeschichte. Du bist seit Wochen müde, und die Waage zeigt ein anderes Gewicht als im Frühjahr. Dann steht im Befund ein niedriger Eisenwert. Naheliegend ist der Schluss, dass das eine das andere erklärt.

Die Studien beschreiben den Zusammenhang andersherum. In einer großen Auswertung mehrerer Studien hatten Menschen mit Übergewicht oder Adipositas, also starkem Übergewicht, etwas öfter einen Eisenmangel als Menschen ohne Übergewicht (Zhao u. a., 2015). Ob Adipositas den Mangel verursacht, müssen nach Ansicht der Autoren erst Langzeitstudien klären (sinngemäß nach Zhao u. a., 2015). Für die umgekehrte Richtung, also einen Eisenmangel, der das Gewicht steigen oder sinken lässt, enthalten die ausgewerteten Quellen keinen Beleg.

Eine mögliche Brücke beschreiben Aigner u. a. (2014) in einer Übersichtsarbeit, also einer Arbeit, die den Forschungsstand zusammenfasst. Eisenmangel und Blutarmut könnten danach den Energiehaushalt der Zellen beeinträchtigen und bei Menschen mit Adipositas Bewegungsmangel und Müdigkeit weiter verstärken (sinngemäß nach Aigner u. a., 2014). Das ist als Möglichkeit formuliert, und es betrifft Menschen, die bereits Adipositas haben.

Auch das IQWiG nennt Müdigkeit und Erschöpfung als mögliche Zeichen eines Eisenmangels (IQWiG, 2023). Wer erschöpft ist, bewegt sich womöglich weniger – das bleibt eine Möglichkeit, kein Nachweis für eine Wirkung auf das Gewicht.

Kernaussage

Belegt ist in den ausgewerteten Studien nur eine Richtung: Übergewicht geht mit Eisenmangel einher.

Verändert sich dein Gewicht, ohne dass du weißt warum, kommen mehrere Ursachen infrage. Einen Überblick darüber, welche Werte beim Gewicht eine Rolle spielen können, gibt ein eigener Beitrag. Wenn du ungewollt abnimmst, ist die ärztliche Praxis die richtige Adresse.

Übergewicht und Eisenmangel: Was zeigen die Studien?

In einer Metaanalyse, die 26 Studien zusammenführt, war die Chance auf einen Eisenmangel bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas etwas erhöht (Zhao u. a., 2015). Als Erklärung beschreiben Aigner u. a. (2014) eine Entzündung, die die Eisenaufnahme bremst.

Frau hält auf einer weißen Holztreppe inne, die Hand am Geländer

Ausgewertet wurden Querschnittsstudien, die Menschen zu einem einzigen Zeitpunkt erfassen, und Fall-Kontroll-Studien, die Gruppen mit und ohne Befund vergleichen. Zusammen umfassten sie 13.393 Menschen mit Übergewicht oder Adipositas und 26.621 Menschen ohne Übergewicht (Zhao u. a., 2015). Das Chancenverhältnis für einen Eisenmangel lag bei 1,31 (Zhao u. a., 2015). Auch das Eisen im Blut war in der Gruppe mit Übergewicht im Mittel um 8,37 Mikrogramm je Deziliter niedriger (Zhao u. a., 2015).

Warum das so sein könnte, erklären Aigner u. a. (2014) über die Entzündung, die mit Adipositas verbunden ist. Sie hängt nach ihrer Übersicht eng mit Eisenmangel zusammen: Der Zwölffingerdarm nimmt weniger Eisen auf, während die Hepcidin-Spiegel erhöht sind (sinngemäß nach Aigner u. a., 2014).

Hepcidin wird in der Leber gebildet und regelt, wie viel Eisen der Körper aus der Nahrung aufnimmt und aus den Geweben ins Blut abgibt (Anderson & Frazer, 2017). Man kann es sich wie einen Pförtner vorstellen, der die Tür vom Darm ins Blut weiter öffnet oder enger stellt. Eine Studie zur Adipositaschirurgie fasst den Stand ähnlich zusammen: Ein Eisenmangel bei Adipositas könnte an mehr Hepcidin und an weniger Eisenaufnahme infolge der Entzündung im Fettgewebe liegen (sinngemäß nach Cepeda-Lopez u. a., 2016).

Sinngemäß nach Aigner u. a. (2014) sind Eisenmangel und Blutarmut verbreitete Befunde bei Menschen mit fortgeschrittener Adipositas. Gemeint ist also nicht jedes Übergewicht, und beschrieben wird ein gemeinsames Auftreten, keine Ursache.

Belegte Fundstelle

„On one hand, iron deficiency and anemia are frequent findings in subjects with progressed stages of obesity.“

Aigner E., Feldman A., Datz C., Nutrients, 2014
Obesity as an emerging risk factor for iron deficiency

Ferritin bei Übergewicht: Wie verlässlich ist der Wert?

Ferritin spiegelt bei Gesunden gut die Eisenspeicher, steigt aber bei Entzündungen an und kann dann einen Mangel verdecken (DGHO, 2025). Weil Adipositas mit einer Entzündung verbunden sein kann (Aigner u. a., 2014), ist der Wert bei Übergewicht nach unserer Einordnung mit Vorsicht zu lesen.

Ferritin ist das Eiweiß, mit dessen Hilfe der Körper Eisen speichert. Seine Menge im Blut passt laut der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO, 2025) bei Gesunden gut zu den Eisenspeichern. Dabei entspricht 1 µg/l Ferritin, also ein Mikrogramm je Liter, 10 Milligramm Speichereisen (DGHO, 2025). Als ersten Wert des Eisenstoffwechsels empfiehlt die Leitlinie das Ferritin im Blut.

Die Leitlinie schränkt das ein. Ferritin ist ein Akut-Phase-Protein, also ein Eiweiß, dessen Spiegel bei Entzündungen steigt. Entzündliche Erkrankungen und Lebererkrankungen lassen das Ferritin ansteigen, wodurch ein bestehender Eisenmangel verdeckt werden kann (DGHO, 2025). Vor der Bewertung soll man sich deshalb vergewissern, dass keine wesentliche Entzündung vorliegt, etwa über CRP, einen Blutwert zur Prüfung auf Entzündung (DGHO, 2025).

Bei Übergewicht ist das keine Randfrage. Erhöhtes Ferritin findet sich bei etwa einem Drittel der Menschen mit metabolischem Syndrom oder nichtalkoholischer Fettleber (Aigner u. a., 2014). Das metabolische Syndrom bezeichnet ein Bündel von Stoffwechselauffälligkeiten, die nichtalkoholische Fettleber eine Fetteinlagerung in der Leber, die nicht auf Alkohol zurückgeht. Ein hoher Wert bedeutet in dieser Lage nicht automatisch gut gefüllte Speicher.

Ein Detail der Metaanalyse passt dazu. Der Zusammenhang zwischen Adipositas und Eisenmangel zeigte sich in Studien, die den Mangel ohne Ferritin bestimmten, nicht aber in Studien mit einer Ferritin-Diagnose (Zhao u. a., 2015). Die folgende Erklärung ist unsere Einordnung, nicht die der Autoren: Wenn Ferritin bei Entzündung steigt (DGHO, 2025), kann eine Diagnose allein über Ferritin einen Mangel bei Übergewicht übersehen.

Daraus lässt sich ableiten, dass ein normaler Ferritinwert bei Übergewicht einen Mangel nicht sicher ausschließt – das gehört ins Arztgespräch. Wie die übrigen Werte zusammenspielen, zeigt der Überblick über die Eisenwerte im Blut.

Ferritin: Grenzwerte aus zwei Leitlinien

Angabe Wert Quelle und Jahr
Normbereich Frauen 15–150 µg/l DGHO, 2025
Normbereich Männer 30–400 µg/l DGHO, 2025
Untere Grenze für Erwachsene unabhängig vom Geschlecht, nach zunehmendem Konsens unter 30 µg/l DGHO, 2025
Leere Eisenspeicher unter 15 µg/l British Society of Gastroenterology, 2021
Niedrige Eisenspeicher unter 30 µg/l British Society of Gastroenterology, 2021

Laut British Society of Gastroenterology (2021) zeigt ein Ferritin unter 30 µg/l in der Regel niedrige Speicher. Jedes Labor gibt eigene Referenzbereiche an, maßgeblich sind die Angaben auf deinem Befund.

Eisenmangel nach Adipositas-Operation: Wie hoch ist das Risiko?

Nach einer Adipositas-Operation, also einem Eingriff am Magen-Darm-Trakt wie Magenbypass oder Schlauchmagen, ist Eisenmangel ein bekanntes Risiko. Je nach Studie betraf er nach Magenbypass 18 bis 53 Prozent und nach Schlauchmagen 1 bis 54 Prozent der Operierten (Steenackers u. a., 2018).

Beide Eingriffe wirken laut Steenackers u. a. (2018) günstig auf Stoffwechsel und Gewicht, haben aber eine Kehrseite: das Risiko für Nährstoffmängel, besonders auffällig für Eisenmangel. Auch das IQWiG nennt eine operative Entfernung von Teilen des Magens unter den möglichen Ursachen für eine verminderte Eisenaufnahme (IQWiG, 2023).

Die Spannen sind breit. Die Übersichtsarbeit hebt selbst hervor, dass Eisenmangel und Blutarmut in den einbezogenen Studien uneinheitlich diagnostiziert werden (Steenackers u. a., 2018). Eine einzelne Zahl für dein persönliches Risiko lässt sich daraus nicht ableiten.

Eine kleine Studie zeigt eine zweite Seite. Cepeda-Lopez u. a. (2016) haben 38 Erwachsene (32 Frauen und 6 Männer) vor und sechs Monate nach einer Schlauchmagen-Operation untersucht. In dieser Zeit sank das Körperfett deutlich (Cepeda-Lopez u. a., 2016). Zurück gingen auch der Entzündungsbotenstoff IL-6 und das Hepcidin. Bei den 17 Teilnehmenden mit Eisenmangel stieg die Eisenaufnahme im Mittel von 9,7 auf 12,4 Prozent, also um 28 Prozent (Cepeda-Lopez u. a., 2016). Bei ausreichender Eisenversorgung blieb sie unverändert.

Die Autoren deuten das so: Die Entzündung bei Adipositas bremst die Steigerung der Eisenaufnahme, die bei einem Eisenmangel normal wäre, und Fettabbau könnte diesen Effekt abmildern (sinngemäß nach Cepeda-Lopez u. a., 2016). Das ist eine Möglichkeit aus einer kleinen Gruppe, kein Versprechen für den Einzelfall. Die Studie zeigt den Weg vom Fettabbau zur Eisenaufnahme, nicht, dass ein Eisenmangel das Gewicht verändert.

Beide Befunde widersprechen sich nicht. Steenackers u. a. (2018) beschreiben, wie verbreitet ein Mangel nach der Operation ist, während Cepeda-Lopez u. a. (2016) messen, wie sich die Aufnahme in einer kleinen Gruppe verändert. Wenn du nach einer Operation Eisen ergänzen sollst, besprichst du das Vorgehen mit deinem Behandlungsteam. Allgemeine Fragen zur Einnahme von Eisentabletten greift ein eigener Beitrag auf.

Eisenmangel und Gewicht: Welche Annahmen halten nicht?

Zwei Annahmen liegen nahe, wenn Müdigkeit und ein verändertes Gewicht zusammentreffen: dass Eisenmangel dick macht und dass ein hoher Ferritinwert volle Speicher bedeutet. Beide halten den Belegen dieses Artikels nicht stand.

Verständlich sind sie trotzdem. Wer müde ist und zunimmt, sucht eine Erklärung, die beides verbindet. Und ein hoher Wert auf dem Befund klingt zunächst beruhigend.

Annahme und Beleg

Annahme

„Eisenmangel macht dick.“

Was die Belege zeigen

Keine der hier ausgewerteten Quellen zeigt das. Belegt ist ein Zusammenhang in der Gegenrichtung: Menschen mit Übergewicht oder Adipositas hatten etwas öfter einen Eisenmangel (Zhao u. a., 2015). Ob dahinter eine Ursache steckt, ist laut den Autoren offen.

Annahme

„Ein hoher Ferritinwert heißt volle Speicher.“

Was die Belege zeigen

Ferritin steigt als Akut-Phase-Protein bei Entzündungen an und kann einen Eisenmangel verdecken (DGHO, 2025). Erhöhtes Ferritin findet sich bei etwa einem Drittel der Menschen mit metabolischem Syndrom oder nichtalkoholischer Fettleber (Aigner u. a., 2014).

Für dich heißt das: Dass dein Eisenwert dein Gewicht erklärt, zeigen die Belege dieses Artikels nicht, und ein hoher Ferritinwert allein heißt noch nicht, dass deine Speicher voll sind.

Welche Blutwerte zeigen den Eisenstatus?

Einen Eisenmangel stellen Ärztinnen und Ärzte mit einer Blutuntersuchung fest (IQWiG, 2023). Als ersten Wert für den Eisenstatus, also die Eisenversorgung des Körpers, empfiehlt die Leitlinie das Ferritin (DGHO, 2025).

Laut IQWiG (2023) prüft die Blutuntersuchung beim Verdacht auf Eisenmangel:

  • wie gut die Eisenspeicher gefüllt sind, über Ferritin und Transferrin, das Transporteiweiß für Eisen im Blut
  • wie groß die roten Blutkörperchen sind und wie viel roten Blutfarbstoff sie enthalten (MCV- und MCH-Wert)
  • wie viel roter Blutfarbstoff, das Hämoglobin, insgesamt im Blut ist

Transferrin bindet frisch aufgenommenes Eisen im Blut und verteilt es im Körper dorthin, wo es gebraucht wird (Anderson & Frazer, 2017). Das Eisen im Blut selbst schwankt im Tagesverlauf und ist auch bei einer Blutarmut infolge chronischer Erkrankungen erniedrigt (DGHO, 2025). Für die Diagnose eines Eisenmangels hält die Leitlinie seine Bestimmung deshalb für überholt.

Wenn du deine Eisenwerte vor einem Arzttermin kennen möchtest, kannst du sie auch von zu Hause aus messen lassen. mybody®x (MYBODY Lab GmbH) bietet dafür einen Bluttest aus Kapillarblut an, das du per Fingerpieks selbst entnimmst, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Für den Eisenhaushalt misst er Ferritin und Transferrin, dazu das Eisen im Blut. Ferritin allein kann bei einer Entzündung täuschen. Dazu kommt CRP, und was ein auffälliger Wert bedeutet, klärst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Ein Blutbild mit Hämoglobin gehört nicht dazu, eine Blutarmut zeigt der Test deshalb nicht. Zum Gewicht sagt er nichts. Das Ergebnis bereitet das Arztgespräch vor und ersetzt keine ärztliche Abklärung.

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Für den Eisenhaushalt misst der Test Ferritin und Transferrin, dazu das Eisen im Blut. Ergänzend kommt CRP hinzu. Er liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose, und ohne Blutbild zeigt er keine Blutarmut. Das Ergebnis dient der Vorbereitung auf das Arztgespräch.

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Kapitel auf einen Blick

Ferritin ist der erste Wert für den Eisenstoffwechsel (DGHO, 2025). Bei Entzündungen kann er steigen und einen Mangel verdecken, weshalb die Leitlinie rät, eine wesentliche Entzündung auszuschließen (DGHO, 2025). Das Eisen im Blut schwankt im Tagesverlauf und gilt laut Leitlinie für die Diagnose als überholt (DGHO, 2025). Zur ärztlichen Blutuntersuchung gehören auch die roten Blutkörperchen und der Hämoglobin-Wert (IQWiG, 2023).

Grenzen: Was die Studien zu Eisen und Gewicht nicht zeigen

Die Belege dieses Artikels zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen. Dazu kommen Einschränkungen im Aufbau der Studien und beim Test.

  • Zhao u. a. (2015) werten nur Querschnitts- und Fall-Kontroll-Studien aus. Die Autoren schreiben selbst, dass erst Langzeitstudien klären können, ob Adipositas einen Eisenmangel verursacht.
  • Der Zusammenhang ist knapp: Die statistische Unsicherheitsspanne des Chancenverhältnisses reichte von 1,01 bis 1,68 (Zhao u. a., 2015).
  • Von Aigner u. a. (2014) haben wir nur die Zusammenfassung ausgewertet. Die Arbeit ist eine Übersicht, und ihr Satz zu Müdigkeit und Bewegung ist als Möglichkeit formuliert.
  • Cepeda-Lopez u. a. (2016) haben 38 Erwachsene ohne Kontrollgruppe untersucht, nur nach einem Schlauchmagen und über sechs Monate.
  • Die Spannen bei Steenackers u. a. (2018) sind sehr breit und hängen von der jeweiligen Studie ab.
  • Die Seite des IQWiG stammt vom April 2023, eine Aktualisierung ist für 2026 angekündigt (IQWiG, 2023).
  • Der Bluttest aus diesem Artikel enthält kein Blutbild, eine Blutarmut zeigt er nicht. Sein Ergebnis ist eine Momentaufnahme, und zum Gewicht sagt er nichts.

Eisenmangel und Gewicht: Was heißt das für dich?

Am Anfang stand die Frage, ob Eisenmangel dick oder dünn macht. Die ausgewerteten Studien beschreiben den Zusammenhang andersherum: Übergewicht geht mit Eisenmangel einher, und eine Entzündung kann den Ferritinwert nach oben treiben. Wenn du müde bist und dein Gewicht sich verändert hat, lies deine Eisenwerte deshalb gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt und nicht als einzelne Zahl. Der Eisenwert gehört ins Gespräch, nicht auf die Waage.

Häufige Fragen

Kann man durch Eisenmangel abnehmen?

Dass ein Eisenmangel selbst zu Gewichtsverlust führt, zeigt keine der Quellen, die dieser Artikel auswertet. Belegt ist die umgekehrte Lage: In einer Metaanalyse von 26 Studien hatten Menschen mit Übergewicht oder Adipositas etwas öfter einen Eisenmangel (Zhao u. a., 2015). Nach einer Operation zur Gewichtsabnahme ist Eisenmangel ein bekanntes Risiko (Steenackers u. a., 2018). Wenn du ungewollt abnimmst, gehört das in die ärztliche Praxis.

Warum haben Menschen mit Übergewicht öfter Eisenmangel?

Ganz geklärt ist das nicht. Menschen mit Übergewicht oder Adipositas hatten in einer Metaanalyse etwas öfter einen Eisenmangel, das Chancenverhältnis lag bei 1,31 (Zhao u. a., 2015). Als Erklärung beschreiben Aigner u. a. (2014) eine Entzündung, die mit Adipositas einhergeht: Hepcidin ist erhöht, und der Darm nimmt weniger Eisen auf. Ob Übergewicht den Mangel verursacht, müssen Langzeitstudien erst zeigen (sinngemäß nach Zhao u. a., 2015).

Wer ist häufiger von Eisenmangel betroffen?

Bei Frauen vor den Wechseljahren tritt Eisenmangel laut IQWiG (2023) häufiger auf, vor allem wegen der Regelblutung. Eine Eisenmangelanämie haben 5 bis 12 Prozent der sonst gesunden Frauen vor den Wechseljahren (British Society of Gastroenterology, 2021). Bei Männern und bei Frauen nach den Wechseljahren ist laut derselben Leitlinie ein Blutverlust im Magen-Darm-Trakt eine typische Ursache einer Eisenmangelanämie (British Society of Gastroenterology, 2021). Das gehört ärztlich abgeklärt.

Wie wird ein Eisenmangel festgestellt?

Ärztinnen und Ärzte stellen einen Eisenmangel mit einer Blutuntersuchung fest (IQWiG, 2023). Erster Wert ist das Ferritin, und nach zunehmendem Konsens gilt bei Erwachsenen unabhängig vom Geschlecht ein Ferritin unter 30 µg/l als untere Grenze (DGHO, 2025). Zur Untersuchung gehören laut IQWiG (2023) außerdem Transferrin und der Hämoglobin-Wert, also der rote Blutfarbstoff. Weil Ferritin bei Entzündungen steigt, gehört der Blick auf eine Entzündung dazu (DGHO, 2025).

Kann eine Entzündung den Ferritinwert verfälschen?

Ja, das ist möglich. Ferritin ist ein Akut-Phase-Protein und steigt bei Entzündungen an, wodurch ein bestehender Eisenmangel verdeckt werden kann (DGHO, 2025). Die Leitlinie rät deshalb, sich bei der Bewertung zu vergewissern, dass keine wesentliche Entzündung vorliegt, etwa über CRP. Bei Übergewicht ist das relevant: Erhöhtes Ferritin findet sich bei etwa einem Drittel der Menschen mit metabolischem Syndrom oder nichtalkoholischer Fettleber (Aigner u. a., 2014).

Nächster Schritt

Deine Eisenwerte vor dem Arztgespräch kennen

Ferritin und Transferrin, dazu das Eisen im Blut, aus einer Blutprobe, die du zu Hause selbst entnimmst. Das Ergebnis bereitet das Arztgespräch vor und ersetzt keine ärztliche Abklärung.

Zum VitalCheck Eisenwerte im Blut im Überblick Die Werte des Eisenstoffwechsels in einer Tabelle

Weiterlesen

Quellen

  1. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Eisenmangel und Eisenmangel-Anämie, 2023 – gesundheitsinformation.de
  2. Hastka J. u. a., Eisenmangel und Eisenmangelanämie, Onkopedia-Leitlinie (DGHO), 2025 – onkopedia.com
  3. Zhao L. u. a., Obesity and iron deficiency: a quantitative meta-analysis, Obesity Reviews, 2015 – europepmc.org
  4. Aigner E. u. a., Obesity as an emerging risk factor for iron deficiency, Nutrients, 2014 – europepmc.org

Die Angaben zu Verbreitung und Stadien des Eisenmangels stützen sich auf [1], ebenso die Beschwerdeliste. Ferritin als Speicherwert und Akut-Phase-Protein stützt sich auf [2], ebenso die Normbereiche. Die Metaanalyse zu Übergewicht und Eisenmangel ist [3], die Übersicht zu Entzündung und Hepcidin bei Adipositas [4]. Im Text zitiert sind außerdem die Leitlinie der British Society of Gastroenterology (Snook u. a., Gut, 2021) und Anderson & Frazer (Am J Clin Nutr, 2017). Die Angaben zur Adipositas-Operation stammen aus Steenackers u. a. (Proc Nutr Soc, 2018) und Cepeda-Lopez u. a. (Am J Clin Nutr, 2016). Produktangaben: Stand 28.10.2026.

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Eisenstoffwechsel Blutwerte

Dieser Artikel stützt sich auf die Leitlinien und Studien aus dem Quellenkapitel und wurde vom mybody®x Redaktions- & Fachteam erstellt. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 28.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.10.2026

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